Als Psychologin in einer Notfallambulanz hat es Rose Cotter (Sosie Bacon) oft mit ganz schwierigen Fällen zu tun. Eines Tages taucht die junge Studentin Laura (Caitlin Stasey) im Krankenhaus auf und behauptet gegenüber Rose, sie würde von einer unbekannten Präsenz verfolgt, die sich in anderen Menschen manifestiert, welche sich ihr gegenüber durch ein grausames Lächeln offenbaren würden. Nur wenig später begeht Laura vor den Augen ihrer Therapeuthin Selbstmord - mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht!
Zwar ist Rose geschockt, glaubt aber zunächst an eine Psychose ihrer Patientin. Doch schon bald begegnet auch Rose jenes bizarre Lächeln und das Unheil nimmt seinen Lauf. Rose beginnt mehr und mehr den Verstand zu verlieren. Einzig ihr Ex-Freund, der Polizist Joel (Kyle Gallner), schenkt ihr Glauben und beginnt mit den Ermittlungen.
Mitte letzten Jahres wurde „Smile“ massiv gehyped, zumindest in den USA, denn in Deutschland schaffte es der Film nichtmal in die Lichtspielhäuser. Stattdessen folgt nun ein Release direkt fürs Heimkino. Von geschockten Zuschauern die fluchtartig aus den Kinosälen strömten war in den amerikanischen Medien die Rede. Natürlich war das eher Teil eines geschickten Marketings, denn ganz so nervenaufreibend ist Smile dann doch nicht. Dabei versteht der bislang eher unbekannte Regisseur Parker Finn, der auch das Drehbuch schrieb, sein Handwerk durchaus. Die Inszenierung ist überaus atmosphärisch und weckt von Anfang an ein sehr unbehagliches Gefühl beim Betrachter. Besonders hervorzuheben ist hier das grandiose Sounddesign sowie die oft verstörende, musikalische Untermalung, die einem ein ums andere Mal den Schrecken in die Glieder fahren lässt, was dann auch zur Folge hat, dass der Streifen trotz relativ langer Laufzeit nicht langweilig wird. Schwächen hingegen offenbart Parker beim Drehbuch. So liegt dem Ganzen zwar eine gute Idee zu Grunde, allerdings bleibt die gesamte Handlung etwas schwammig, das Konzept zu wenig ausgearbeitet, zu wenig durchdacht. Allerdings lässt das Ende bereits einen zweiten Teil vermuten, welcher evtl. mehr Aufschluss bringen könnte. So oder so ist Smile für Freunde des Genres trotzdem ein gefundenes Fressen.
Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2022
Laufzeit: 115 Min. / FSK: 16
Autor: Alexander Koschny
