Ummendorf - Die evangelische Versöhnungskirche macht nicht nur durch außergewöhnliche Konzerte immer wieder hörbar auf sich aufmerksam. Sie gibt auch bildenden Künstlerinnen und Künstlern Raum für innovative, spannende Projekte.
Der Titel der diesjährigen Ausstellung lautet „schnittstellen // wo stehen wir“. Vielfältiges Insektenbrummen, bunte Schmetterlinge, das unermüdliche Zwitschern der Feldlerche, wenn die Hitze flirrt, schattenspendende Bäume am Wegesrand, blühende, vor Wind schützende Hecken. Wo ist das alles? Die Natur ist von Gott geschaffen, wie auch wir. Sie ist unsere Lebensgrundlage, wir sind Teil der Natur, wir sind Natur. Aber wie gehen wir mit ihr um?
Mit diesen elementaren Fragen beschäftigt sich die junge Künstlerin Lisa Helene Wedler, wenn sie in ihrer Heimat spazieren geht. Sie beobachtet genau, hält fotografisch fest. Es entstehen Rauminstallationen, Assemblagen, Videos, Zeichnungen und vieles mehr. Sie laden ein, einen sensiblen Blick für die uns umgebende Natur zu entwickeln. Denn am Ende stellt sich die Frage: Wer ist vom wem abhängig?
Lisa Helene Wedler, 22 Jahre alt, studiert seit 2020 freie Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. „Die Natur spielt im Kleinen und im Großen, im Indirekten und Direkten eine nicht wegzudenkende Rolle in meinem Alltag und in meiner Kunst. Sie dient hier als Inspirator, als Grundlange, als eigenständiges Werk und als Material“, erklärt sie. „Ich finde die Natur ist ein schützenswerter und unverzichtbarer Teil unseres Selbst, obwohl wir das immer wieder vergessen. Immer und überall greifen wir ein, mischen mit, bestimmen und richten nach unserem Geschmack, rücksichtslos. So ist auch die Natur nicht mehr Natur sondern ein Produkt. Ein vom Menschen geschaffenes Produkt.“
Die Vernissage zur Ausstellung findet am Donnerstag, 22. Juni, um 19 Uhr statt. Neben muskalischer Umrahmung gibt es eine Einführung von Judith Bihr, Kunsthistorikerin im Museum Biberach. Vom 23. Juni bis Erntedank (Oktober) ist die Ausstellung freitags von 10 bis 18 Uhr (Schulferien ausgenommen) sowie nach Absprache geöffnet.
Zur Kunstausstellung gibt es ein Begleitprogramm
Am 25. Juni um 10.30 Uhr thematischer Gottesdienst mit Auszügen und Gedanken aus Haydns „Schöpfung“. Am 14. Juli um 19 Uhr politisches Nachtgebet. Einen thematischen Impuls gibt unter anderen Frank Brunecker, Leiter des Museums Biberach. 2021 präsentierte er in der viel beachteten Ausstellung „Bienen&Co“, die Insektenwelt in ihrer Vielfalt, aber auch die dramatischen Folgen des Insektensterbens.
Autorin: Andrea Reck
