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Ummendorf-Fischbach - Goldene Hochzeit feierten Ummendorf und Fischbach in diesen Tagen, die beiden Ortschaften im Umlachtal bei Biberach vereinigten sich vor 50 Jahren zum Bund für die Zukunft. Es wurde daraus die Gemeinde Ummendorf mit heute knapp 4500 Einwohnern.

 

Hundertzwanzig Stühle waren am Samstagabend in der Fischbacher Gemeindehalle aufgestellt, doch kurz vor Beginn um 19 Uhr wurden noch schnell weitere achtzig herbeigeschafft. Das Orchester des Ummendorfer Musikvereins mit Dirigentin Jasmin Zimmer eröffnete schwungvoll den Abend. Der erst jüngst ins Amt gekommene Bürgermeister Heiko Graf begrüßte die Festgäste, darunter auch den Ummendorfer Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger sowie seinen Vorgänger Klaus Reichert, und blickte – wie versprochen kurz – auf die letzten 50 Jahre zurück. Bereits am Vorabend hatte der Handels- und Gewerbeverein zum „FeierAbend“ eingeladen. Bei geöffneten Türen und mit einem Shuttle-Verkehr konnten die Besucher sich über die Vielfalt der Angebote in den beiden Ortschaften informieren, sich mit Musik unterhalten und mit Leckereien verwöhnen lassen.

 

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Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben: wegen Corona wurden die neuen Ehrenbürger Christine Schomborg und Alois Haid erst anlässlich der Goldenen Hochzeit der Gemeinde offiziel geehrt. Foto: Volker Strohmaier

 

Die Feier am Samstagabend folgte nicht nur dem nachmittäglichen Kräftemessen der beiden Alt-Herren-Mannschaften, das Fischbach mit 4:2 für sich entschied, sondern bot auch Gelegenheit in den letzten zwei Corona-Jahren Versäumtes nachzuholen. So verlieh Bürgermeister Graf im feierlichen Rahmen Christina Schomborg und Alois Haid für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement die Ehrenbürgerschaft. Beide bedankten sich mit kurzen persönlichen Worten.
In einer Fotoshow stellte Gemeinderätin Andrea Reck das Jahr 1972 in einen weltpolitischen Zusammenhang und zeigte neben Bildern aus dem Umlachtal auch typische Werbeplakate und Modetrends dieses ereignisreichen Jahres. Die unterlegten Musiktitel (von Deep Purple bis Tony Marshall) ließen Erinnerungen an Kindheit oder Jugend lebendig werden.

 

Ummendorf

Fischbach um1939

Oben: Ummendorf heute. Unten: Historische Aufnahme vom Umlachtal. Fischbach im Vordergrund mit Blick nach Ummendorf. 

 

Gemeinderat Johannes Lutz freute sich anschließend, endlich das Autorenkollektiv des bereits 2020 erschienen Heimatbuchs „Ummendorf“ (für 29,80 EUR erhältlich im Rathaus und im Buchhandel) vorstellen zu dürfen und erinnerte an manche Geburtswehe. 13 der 19 beteiligten Autoren sowie der Fotograf waren gekommen und wurden vom Bürgermeister für ihren Bienenfleiß mit heimischem Honig bedacht. Johannes Lutz, Initiator, Autor und geduldiger Begleiter des Werks, bedankte sich abschließend bei seinem ehemaligen Geschichtslehrer und frisch gebackenen Ehrenbürger Alois Haid, der sein historisches Interesse geweckt habe. 

 

Kirche St. Odilia Fischbach

Selbstverständlich hat Fischbach auch eine eigene Kirche.

 

Nach einem Resümee der Fischbacher Ortsvorsteherin Karin Schraivogel und einem weiteren Musikstück des Ummendorfer Musikvereins ging der offizielle Teil zuende. Man traf sich an Stehtischen zu Gesprächen und genoss bei bester Laune die von der Gemeinde - wie schon damals bei der Eingemeindungsfeier 1972 – gespendete Wurst im Wecken und Getränke.

 

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Frauenpower in Fischbach. Die Ortsvorsteherin Karin Schraivogel hält das Schlusswort und lädt zu Wurst und Wecken ein. Foto: Volker Strohmaier

 

Obwohl bis Mitternacht gefeiert worden war, hatten die Fischbacher ihre Halle am Sonntagmorgen um neun bereits schön gerichtet für den ökumenischen Gottesdienst. Pfarrer Jürgen Sauter und Pfarrerin Muriel Sender zelebrierten gemeinsam. Beide betonten den guten Geist, der zwischen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde herrscht. Der Fischbacher Musikverein, der hinter dem Altar auf der Bühne musizierte, verlieh dem Gottesdienst einen besonders festlichen Rahmen. Mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ endete ein gelungenes Festwochenende im Umlachtal mit Ausblick auf die Diamantene Hochzeit in zehn Jahren.

 

Autorin: Andrea Reck

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